Ich wache
zeitig auf, packe meine frisch gewasche Wäsche ein und komme gut
los. Die Straße ist nach Rabat ist gut, obwohl ich nicht auf der
Autobahn fahre. Die Landschaft wird immer flacher und
unspektakulärer. Es gibt viele Getriedefelder, die gerade gedroschen
werden. Große Mähdrescher sind im Einsatz und auch auf der Straße.
Die eckigen Strohballen geben in der Sonne ein hübsches Bild. Schon
kurz nach Marrakesh gable ich einen Anhalter auf. Leider mal wieder
jemand ohne jegliche Spanisch oder Englisch Kenntnisse, aber sehr
freundlich. Schade, dass es so schwierig ist, während dem Fahren
gleichzeitig im Wörterbuch zu blättern. Und auch um mit Händen und
Füßen zu kommunizieren, muss man die Hände vom Lenkrand und die
Augen von der Straße nehmen. Mit der Zeit stellt sich herraus, dass
er bis hinter Casablanca mitfahren will. Ich habe das Frühstück
ausfallen lassen und mir knurrt bereits der Magen. Also halte ich so
80 km vor Casablanca an, als es am Straßenrand eine Reihe
Restaurants gibt und erkläre, dass ich Hunger habe. Da macht sich
der Mitfahrer auch schon bezahlt. Er sucht mir einen Platz aus.
Springt auf und bringt mir Servietten, als ich mit nassen Händen vom
Händewaschen zurückkomme und bestellt das Essen, was für mich
vermutlich eher kompliziert geworden wäre. Er sucht beim Metzger das
Fleisch aus, das dann von einem weiteren Mann gegrillt wird. Kefta.
Eine Art Fleischpflanzerl vom Grill mit Tomaten und Zwieblen.
Saulecker. Vorher gibt’s noch für jeden einen kleinen Teller Salat
bestehend aus Tomate, Zwiebel und roter Beete sowie je ein Schälchen
grüne und schwarze Oliven. Dazu natürlich Brot. Und einen Tee. Echt
bescheuert, wenn man sich fast nicht verständigen kann. Also gebe
ich ihm als wir fertig gegessen haben 100 Dirham, das sind ca. 10
Euro. Damit geht er erst zum Metzger, dann zum Mann der das Fleisch
gegrillt hat und schließlich zur Restaurantkasse und dann kriege ich
mein Wechselgeld zurück. Wir fahren weiter bis nach Casablanca und
in Mohammedia steigt er aus. Natürlich nicht, ohne mich einzuladen
bei ihm zu übernachten. Ich weiss bereits, dass er nicht bei seiner
Familie wohnt, sondern die Familie auf dem Land besucht hab, also
lehne ich freundlich ab. Er sagt ich würde ihm nicht trauen, aber
ich erkläre ihm ich wolle heute unbedingt noch nach Rabat. Nach dem
er mich noch auffordert ich solle zur Erinnerung ein Foto von ihm
machen und wir Adressen und Telefonnummern austauschen verabschiedet
er sich und ich fahre weiter bis Rabat. Und da geht der Tag erst so
richtig los. Warum nochmal hab ich kein Navi. Ach ja richtig ich mag
Landkarten lieber. Scheisse wenn auf der Landkarte kein Stadtplan
ist, im Reiseführer nur die Altstadt abgebildet ist und man aber
doch das Botschaftsviertel sucht. So fahre ich planlos über relativ
große Alleen bis ins Stadtzentrum, an der Medina vorbei. Plötzlich
sehe ich ein Stück vor mir eine Reihe Demonstranten. Ich kann gar
nicht so schnell schauen, wie ich von der anderen Seite eine Gruppe
von vielleicht 20 Polizisten kommen sehe die gezielt auf die
Demonstranten zumarschieren. Und dann geht es ruck zuck. Ich sehe die
Leute laufen, und die Schlagstöcke nur so neben meinem Auto fliegen.
Ein paar Meter weiter. Und dann ist es auch schon vorbei. Ich komme
zu einem Kreisverkehr, einer großen Bücke und erspähe auf der
anderen Seite einen McDonalds. Das ist genau das richtige jetzt.
Einen McFlurry und Wifi. Noch immer bin ich geschock von den vielen
Schlafstöcken und der Brutalität der Polizisten. Leider
funktioniert das Wifi auf meinem Telefon nicht. Also frage ich ein
paar Schulkids am Nachbartisch. Leider können sie mir nicht helfen,
aber sie begleiten mich zum Manager. Auch der weiss leider nicht, wie
man sich in das Wifi einloggen muss und meint es wäre ein Problem
mit meinem Telefon. Ich versuche es noch mit dem PC, aber auch da
klappts nicht. Dafür habe ich jetzt den Burschen an der Backe. Er
bietet mir an er kann mich zur Botschaft begleiten und mir den Weg
zeigen. Mangels guter Alternativen willige ich ein. Nicht die
smarteste Entscheidung. Er hat selber keinen Plan und so kurve ich
Stunden durch die Stadt mit ihm als Beifahrer, der an jeder Ampel dem
nächsten Taxifahrer zuruft und nach dem Weg fragt. Nachdem bereits
die halbe Stadt weiss, dass wir die mauretanische Botschaft suchen,
finden wir sie auch. Dann das gleiche Spiel mit dem Roverhändler.
Ich hatte nämlich den schlauen Einfall, wo ich schon mal in Rabat
bin, kann ich beim Händler nochmal die ein oder andere Dichtung und
ein neues Radlager auf Reserve erstehen. Das Spiel geht von neuem
los. Inzwischen hat mein Blinker den Geist augegeben. Und als es
schon dunkel wird, und wir immer noch nicht den Landrover Händler
gefunden haben, sondern nur eine Reihe anderen Autohändler, die ich
bereits auf dem Reinweg nach Rabat gesehen habe, will ich nicht mehr.
Ich lade den Burschen noch zum essen ein. Ein Sandwich. Ich bin nur
fertig und will mir einen Schlafplatz suchen, aber ich werde ihn
einfach nicht los. Also beshliesse ich im Botschaftsviertel zu
nächtigen. Er begleitet mich dorthin, ich gebe ihm viel zuviel Geld
für ein Taxi zurück und endlich habe ich meine Ruhe. Ich bin
hundemüde und schlafe auch sofort ein. Das soll nicht lange währen.
Um drei Uhr morgens werde ich aus dem Schlaf gerissen. Von vorne und
hinten werde ich bis auf wenige Zentimenter eingeparkt, obwohl die
Strasse sonst leer zu scheinen seint. Ein Haufen Männer sind auf der
Strasse, unterhalten sich in einer Sprache die ich nicht verstehe und
machen einen Höllenlärm. Wegfahren kann ich nicht, weil sie mich
voll eingeparkt haben, und rausklettern traue ich mich nicht. Also
schlafe ich mehr schlecht als recht weiter.
Adra
Agadir
Algeciras
Andalusia
Barcelona
Camargues
Cambrils
Cannobio
Canyon do Verdon
Castellone
Catalonia
Ceuta
Chefchaouen
Costa Brava
Cote d Azur
DEUTSCHLAND
El Jadida
Essaouira
FRANKREICH
Fes
Fuengirola
Gibraltar
ITALIEN
Imlil
La Alcaidesa
Lago Maggiore
Les Calanques
Liguria
MAROKKO
Malaga
Marrakesh
Marseille
Menton
Merzouga
Mohammedia
Mont Roig
Murcia
Nice
Ouarzazate
Paradies Valley
Park Guell
Penon de Cuervo
Playa del Prat
Portbou
Rabat
SCHWEIZ
SPANIEN
Safi
Sete
Tarhazoute
Tetouan
Toubkal
Valencia
Vinaros
Zagora
ÖSTERREICH
Samstag, 8. Juni 2013
Tag 59. Montag. 27.5. Die Suche der Mauretanischen Botschaft in Rabat
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen