Samstag, 8. Juni 2013

Tag 59. Montag. 27.5. Die Suche der Mauretanischen Botschaft in Rabat

Ich wache zeitig auf, packe meine frisch gewasche Wäsche ein und komme gut los. Die Straße ist nach Rabat ist gut, obwohl ich nicht auf der Autobahn fahre. Die Landschaft wird immer flacher und unspektakulärer. Es gibt viele Getriedefelder, die gerade gedroschen werden. Große Mähdrescher sind im Einsatz und auch auf der Straße. Die eckigen Strohballen geben in der Sonne ein hübsches Bild. Schon kurz nach Marrakesh gable ich einen Anhalter auf. Leider mal wieder jemand ohne jegliche Spanisch oder Englisch Kenntnisse, aber sehr freundlich. Schade, dass es so schwierig ist, während dem Fahren gleichzeitig im Wörterbuch zu blättern. Und auch um mit Händen und Füßen zu kommunizieren, muss man die Hände vom Lenkrand und die Augen von der Straße nehmen. Mit der Zeit stellt sich herraus, dass er bis hinter Casablanca mitfahren will. Ich habe das Frühstück ausfallen lassen und mir knurrt bereits der Magen. Also halte ich so 80 km vor Casablanca an, als es am Straßenrand eine Reihe Restaurants gibt und erkläre, dass ich Hunger habe. Da macht sich der Mitfahrer auch schon bezahlt. Er sucht mir einen Platz aus. Springt auf und bringt mir Servietten, als ich mit nassen Händen vom Händewaschen zurückkomme und bestellt das Essen, was für mich vermutlich eher kompliziert geworden wäre. Er sucht beim Metzger das Fleisch aus, das dann von einem weiteren Mann gegrillt wird. Kefta. Eine Art Fleischpflanzerl vom Grill mit Tomaten und Zwieblen. Saulecker. Vorher gibt’s noch für jeden einen kleinen Teller Salat bestehend aus Tomate, Zwiebel und roter Beete sowie je ein Schälchen grüne und schwarze Oliven. Dazu natürlich Brot. Und einen Tee. Echt bescheuert, wenn man sich fast nicht verständigen kann. Also gebe ich ihm als wir fertig gegessen haben 100 Dirham, das sind ca. 10 Euro. Damit geht er erst zum Metzger, dann zum Mann der das Fleisch gegrillt hat und schließlich zur Restaurantkasse und dann kriege ich mein Wechselgeld zurück. Wir fahren weiter bis nach Casablanca und in Mohammedia steigt er aus. Natürlich nicht, ohne mich einzuladen bei ihm zu übernachten. Ich weiss bereits, dass er nicht bei seiner Familie wohnt, sondern die Familie auf dem Land besucht hab, also lehne ich freundlich ab. Er sagt ich würde ihm nicht trauen, aber ich erkläre ihm ich wolle heute unbedingt noch nach Rabat. Nach dem er mich noch auffordert ich solle zur Erinnerung ein Foto von ihm machen und wir Adressen und Telefonnummern austauschen verabschiedet er sich und ich fahre weiter bis Rabat. Und da geht der Tag erst so richtig los. Warum nochmal hab ich kein Navi. Ach ja richtig ich mag Landkarten lieber. Scheisse wenn auf der Landkarte kein Stadtplan ist, im Reiseführer nur die Altstadt abgebildet ist und man aber doch das Botschaftsviertel sucht. So fahre ich planlos über relativ große Alleen bis ins Stadtzentrum, an der Medina vorbei. Plötzlich sehe ich ein Stück vor mir eine Reihe Demonstranten. Ich kann gar nicht so schnell schauen, wie ich von der anderen Seite eine Gruppe von vielleicht 20 Polizisten kommen sehe die gezielt auf die Demonstranten zumarschieren. Und dann geht es ruck zuck. Ich sehe die Leute laufen, und die Schlagstöcke nur so neben meinem Auto fliegen. Ein paar Meter weiter. Und dann ist es auch schon vorbei. Ich komme zu einem Kreisverkehr, einer großen Bücke und erspähe auf der anderen Seite einen McDonalds. Das ist genau das richtige jetzt. Einen McFlurry und Wifi. Noch immer bin ich geschock von den vielen Schlafstöcken und der Brutalität der Polizisten. Leider funktioniert das Wifi auf meinem Telefon nicht. Also frage ich ein paar Schulkids am Nachbartisch. Leider können sie mir nicht helfen, aber sie begleiten mich zum Manager. Auch der weiss leider nicht, wie man sich in das Wifi einloggen muss und meint es wäre ein Problem mit meinem Telefon. Ich versuche es noch mit dem PC, aber auch da klappts nicht. Dafür habe ich jetzt den Burschen an der Backe. Er bietet mir an er kann mich zur Botschaft begleiten und mir den Weg zeigen. Mangels guter Alternativen willige ich ein. Nicht die smarteste Entscheidung. Er hat selber keinen Plan und so kurve ich Stunden durch die Stadt mit ihm als Beifahrer, der an jeder Ampel dem nächsten Taxifahrer zuruft und nach dem Weg fragt. Nachdem bereits die halbe Stadt weiss, dass wir die mauretanische Botschaft suchen, finden wir sie auch. Dann das gleiche Spiel mit dem Roverhändler. Ich hatte nämlich den schlauen Einfall, wo ich schon mal in Rabat bin, kann ich beim Händler nochmal die ein oder andere Dichtung und ein neues Radlager auf Reserve erstehen. Das Spiel geht von neuem los. Inzwischen hat mein Blinker den Geist augegeben. Und als es schon dunkel wird, und wir immer noch nicht den Landrover Händler gefunden haben, sondern nur eine Reihe anderen Autohändler, die ich bereits auf dem Reinweg nach Rabat gesehen habe, will ich nicht mehr. Ich lade den Burschen noch zum essen ein. Ein Sandwich. Ich bin nur fertig und will mir einen Schlafplatz suchen, aber ich werde ihn einfach nicht los. Also beshliesse ich im Botschaftsviertel zu nächtigen. Er begleitet mich dorthin, ich gebe ihm viel zuviel Geld für ein Taxi zurück und endlich habe ich meine Ruhe. Ich bin hundemüde und schlafe auch sofort ein. Das soll nicht lange währen. Um drei Uhr morgens werde ich aus dem Schlaf gerissen. Von vorne und hinten werde ich bis auf wenige Zentimenter eingeparkt, obwohl die Strasse sonst leer zu scheinen seint. Ein Haufen Männer sind auf der Strasse, unterhalten sich in einer Sprache die ich nicht verstehe und machen einen Höllenlärm. Wegfahren kann ich nicht, weil sie mich voll eingeparkt haben, und rausklettern traue ich mich nicht. Also schlafe ich mehr schlecht als recht weiter.

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