Donnerstag, 9. Mai 2013

Tag 37. Sonntag. 5.5. Unerwartet noch ein Tag in Malaga

Ich schlafe aus. Es ist schon 11 Uhr als ich ein Müsli esse und mir einen frischen Orangensaft presse. Dann noch abspülen und dann möchte ich los weiter nach Süden. Aber es kommt anders. Während ich noch frühstücke bauen 3 Typen am Strand einen riesen Pavillion auf. Immer wieder laufen sie mit noch mehr Sachen an meinem Auto vorbei. Sonnensegel. Gasgrill. Tisch. Irgendwann sagt einer, „Du Deutsch“, und man kommt ins Gespräch. Ja, sie bauen diese ganze Zeug nur auf um zu viert zu grillen, wenn ich will kann ich gerne mitessen. Als auch noch klar wird, dass sie aus Marokko sind und nicht trinken sage ich zu. Ich verräume mein Frühstück und geselle mich dann zu den in Spanien lebenden Marokkanern. Es beginnt ein sehr amüsanter Nachmittag.
Sitzen am Strand, trinken Tee, Osama hast du jetzt Angst, Kartenspiel, als sie feststellen, dass ich es wirklich nicht kenne sind sie zu faul es mir beizubringen und wir steigen um auf Patris, in neuer Variante, man darf sich helfen. Der der gewinnt spielt dann mit dem der ihm gegenübersitzt weiter mit. Dann wird gegrillt. Ich mache Salat. Es gibt 4 verschiedene Sorten Fleisch. Nach dem Essen fängt der 4te im Bunde an mich ohne unterbrechung mit seinem Cousin verkuppeln zu wollen. Ich erfahre, dass sie Osama Bin Laden gut finden, weil er sein Land und sein Volk verteidigt. Nicht gut ist lediglich, dass er auch Kinder umgebracht hat. Einer hat eine Frau / Exfrau in Marokko und ich frage nach ob die bei seinen Eltern lebt und sich um seine Eltern kümmert. Ich hatte gehört, das wäre in Marokko so üblich. Daraus entsteht eine Diskussion über Altenheime. Wobei ich verteidigend erkläre, dass einer europäischen Familie gar nichts anderes übrigbleibt als die Alten ins Altenheim zu geben, weil das Umfald ein anderes ist. Es gibt kaum Frauen, die nur zuhause hinterm Herd sind. Und die meisten Familien brauchen auch beide Einkommen. Ich räume Zweifel aus, dass in Deutschland jeder die Hälfte seiner Miete vom Staat gezahlt bekommt. Und kläre auf, dass das nur denn der Fall ist, wenn man keinen Job hat und bedürftig ist. Alkohol ist den Muslimen ja verboten, Haschisch auch. Aber das wird im Gegensatz zu Alkohol und Schweinefleisch toleriert. Und so wird fleissig geraucht. Mit zunehmendem Haschischkonsum wird die Begeisterung mit der die um uns herum liegenden sich in der Sonne bräunenden spanischen Möpse betrachtet werden immer größer. Ich bin immer noch heißer und erkältet, sitze in Comfyhose und Tshirt da und amüsiere mich köstlich. Nach und nach werden sie dem Ruf, den die Araber haben immer gerechter. Ich erfahre auch noch, dass sie ihre Familien nie hier an den Strand bringen könnten, das wäre Mangel an Respekt. Alles in allem ein sehr interessanter aber auch witziger Nachmittag. Es ist schon Abend als ich noch die Teller spüle und mich dann verabschiede, um noch bei Tageslicht Malaga zu verlassen. Wieder im Auto bin ich guter Dinge. Solche Erlebnisse, das ist der Grund zu Reisen. Ich fahre bis Fuengirola. Hier ist Feria und man kann sie von der Autobahn aus sehen, als fahre ich runter. Es ist halb 10 als ich parke und ich möchte eigentlich nur einmal kurz über die Feria schlendern und dann zu Bett gehen. Aber es kommt wieder anders.
Zuerst lasse ich mir von eine spanische Handykarte verkaufen. Der Typ macht seinen Job einfach zu gut und ist einfach zu sympathisch um ablehnen zu können. Nachdem mein Telefon nun wieder über Internet verfügt verbringe ich die nächsten Stunden damit auf der Feria auf und ab zu laufen, zu whatsupen und zu telefonieren. Die Stimmung auf der Feria von Fuengirola ist klasse. Jede Halle steht für ein anderes Land. So wir in der brasilianischen Samba getanzt, vor der argentinischen Asado gegrillt, in der kubanischen Salsa getanzt und auf Ibiza discolike abgefeiert. Gegen Mitternacht laufe ich zum Auto zurück. Ich mache gerade ein Foto von einem Puppenkopf, der ganz merkwürdig in einer Straßenlaterne hängt, und komme ins Gespräch mit 2 Typen die auch gerade den Nachhauseweg angetreten haben. Der eine, Peter, ist gerade von einem Israelurlaub zurückgekehrt und wir verquatschen uns. Nachdem wir eine halbe Stunde vor meinem Auto stehen laufen wir wieder zurück zur Feria. Nachdem wir auf der Feria ein paarmal auf und abgelaufen sind setzen wir uns in einen Park. Quatschen über Reisebekanntschaften, die Vor- und Nachteile von Hostels, über Leute die in Mali Gold kaufen wollen und stattdessen Sand bekommen... es ist 3 Uhr morgens, da ist Peter halb erfroren und ich mache mich auf den Rückweg in mein Auto um einen guten Schlafplatz zu finden. Liv ist gerade online und so quatschen wir seit langen endlich mal wieder. Hoffentlich wird es morgen nicht so heiß, dass ich ausschlafen kann.

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