Ich wache auf und bin
total erkältet. Halsweh und Rotznase. Und dann beginnt der Tag auch
noch mit Haarewaschen unter einer eiskalten Dusche am Strand. Zum
Duschen kann ich mich nicht überwinden. Noch einen Muffin und
Milchreis gefrühstückt und wieder auf die Straße richtung Malaga.
Es geht nicht weit vom Meer entfernt. Mal Autobahn. Mal Landstraße
durch Touristenorte am Meer. Bergauf. Bergab. Durch einige Tunnels.
Schon Mittags bin ich in Malaga. Ich finde einen Parkplatz am Strand.
1,60 Euro für 2 Stunden, das ist viel billiger als Barcelona. Recht
motiviert was zu unternehmen bin ich nicht. Irgendwie bin ich groggy.
Und einsam bin ich auch. Bisher war ich allein, und hab das richtig
genossen. Keiner nach dem man sich richten muss. Keine Absprachen.
Keine Diskussionen. Einfach der Nase nach ohne Plan. Nur mein
Beifahrerkissen, das mich anlächelt. Aber die Gesellschaft der drei
Spanier in Cambrils war so angenehm, dass ich mich jetzt alleine
einsam fühle. So ein Scheiß. Ich sehe auf der Straße eine VW Bus
mit einer Beifahrerin die kurbelt und damit sie schneller den Berg
hochkommen und denke an Ion und Silvia. Ich sehe einen Hund, der an
der Leine zieht, dass man meint er geht mit seinem Herrchen Gassi und
nicht umgekehrt und denke an Kira. Ich sehe Leche Condensado und
Erdbeeren um Supermarkt und denke, das ist die einzig perfekte
Kombination Erdbeeren zu essen und warum ich nicht früher
draufgekommen bin, dass es in Spanien ja Leche Condensado gibt. Und
dann denke ich an Brigadeiro, und dass das Edu bestimmt unglaublich
gut schmecken würde wo er doch so ein Schokoladenfan ist. Lust Leute
kennenzulernen hab ich auch nicht. Muss ja eh bald weiter. Ein Visum
sitzt mir im Nacken. Hoffentlich ändert sich diese Stimmung bald.
Nach einem kurzen Besuch am Strand ein kurzer Besuch bei McDonalds,
dann eine kurze Runde durch die Stadt. Aber ich habe keine Lust. Und
das schöne ist ich muss ja auch nicht. Also setze ich mich an den
Strand und stricke weiter an meiner Mütze. Als er schattig und kalt
wird ziehe ich der Sonne nach. Als es eindeutig zu kalt wird verzeihe
ich mich ins Auto. Erst stricke ich meine Mütze fertig. Dann
schreibe ich bis morgens Tagebuch. Meine Rotznase läuft noch immer.
6 Uhr. Zeit schlafen zu gehen. Um 9 Uhr läuft mein Parkticket ab.
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