Samstag, 4. Mai 2013

Tag 20. Donnerstag. 18.4. Erster platter Reifen und Manu Chao live

Am Morgen (es ist schon fast Mittag) fahre ich als erstes zum Landyhändler zurück und bitte einen freundlichen Mechaniker mit mir eine Runde durch den Kreisverkehr zu fahren um mir zu sagen, was der Grund dieses Quietschens ist. Entweder ist er tabu oder ich bin paranoid, aber er kann nichts hören. Nach einigen Kreisen können wir uns darauf einigen welches Geräusch ich meine und er hält es für unbedenklich. Nicht ganz zufrieden, aber beruhigt, mache ich mich auf den Weg nach Barcelona. Ich bin vielleicht 15 min unterwegs, als ich an einer roten Ampel stehe. Links das Meer, rechts eine Reihe parkender Autos und ein Cafe. Da höre ich plötzlich ein komisches Geräusch. Schaue mich verwundert um. Und schon klopft jemand an meine Beifahrerscheibe und macht mich darauf aufmerksam, dass ich rechts hinten einen Platten habe. Gott sei Dank komme ich nicht so leicht an den Hebel, um das Beifahrerfenster runterzukurbeln, also signalisiere ich dem Typen er soll doch zur Fahrerseite kommen. Irgenwie ist mir die Situation schon suspekt und ich schließe erst das Fenster und sperre die Tür ab als ich aussteige. Und ja, ich habe rechts hinten einen Platten. Noch ist er nicht ganz platt, aber man sieht die Luft förmlich rausschießen. Von dem Typ, der eben noch an mein Fenster geklopft hat keine Spur mehr. Ich blockiere den Verkehr. Und schließlich helfen mir zwei Polizisten dann doch in eine Parklücke direkt neben mir zu fahren, nachdem sie zuerst glaubten mein Auto würde nicht anspringen und mich dann dazu bringen wollten zu einer nur 200 Meter entfernten Tankstelle zu fahren. Inzwischen ist der Reifen ganz platt. Nachdem ich seit kurzem ja ADAC Plus bezahle denke ich mir, super, da kann ich gleich mal testen, ob die ihr Geld Wert sind. Und ja, der nette Herr am Telefon spricht fliessend Deutsch, teilt mir mit spätestens in einer Stunde kommt jemand, ich soll nicht vom Fahrzeug weggehen und mir von niemandem helfen lassen, man würde mich sonst nur ausrauben. Reifen werd ich wohl noch öfter wechseln müssen, also beschliesse ich schon mal anzufangen. Mal sehen wie weit ich komme, bis der ADAC Mensch auftaucht. Und ich finde ich mache mich gar nicht schlecht. Mit meinen langen Hebel gelingt es mir sämtliche Muttern am platten Reifen zu lösen. 2 Polizisten helfen mir den Ersatzreifen vom Dach runterzuheben. Mit meinem Highliftjack haben sie leider genauso wenig Erfahrung wie ich. Also lese ich die Bedienungsanleitung. Jetzt weiß ich wie er funktioniert. Allerdings fehlt mir eine Schraube, um die für den Landy notwenige Verlängerung rutschfest zu befestigen. Ich befinde mich noch in den Tiefen meines Auto auf der Suche nach einer brauchbaren Schraube, als der ADAC Typ auftaucht. Ruckzuck ist der Reifen gewechselt und der kaputte Reifen aufs Dach gehieft. Jetzt fahre ich die 200 Meter bis zur nächsten Tankstelle und überprüfe den Reifendruck. Der Werkstatt nebenan hat gerade Mittag also warte ich bis die Mittagspause vorbei ist. Ein erfahrener Mechaniker flickt mir sofort Schlauch und Reifen und erklärt mir auch genau, woran er sieht, dass der Reifen mit einem Messer durchgestochen wurde. Jetzt zweifle auch ich nicht mehr an meinen spanisch Kenntnissen. Da hab ich den Typen doch richtig verstanden, der hat nicht gesagt ich hätte einen Platten, sondern, dass mir jemand den Reifen zerstochen hat. Naja, 20 Euro fürs Flicken und vermutlich ein dauerhaft nicht vollwertiger Reifen, aber trotzdem alles in allem sehr gut gegangen. Erster ernsthafter Überfallversuch und mir geht nichts ab. Plus ich weiß jetzt, dass ich die Muttern an den Reifen aufkrieg wenns sein muss und dass meinem Wagenheber eine Schraube fehlt. Abgesehen davon bin ich noch wachsamer. Es ist Schlag 6 bis ich endlich bei Marco vor der Tür stehe. In der WG ist erst kürzlich jemand ausgezogen, so habe ich ein ganzes Zimmer um mich auszubreiten. Marco kommt gerade aus der Arbeit und muss noch ein bisschen Schlaf nachholen. Schon bald machen wir uns auf den Weg zu Manu Chao. Praktisch wenn sich jemand auskennt und man nur mitlaufen muss. Wir treffen noch einen paar andere Leute, alle italienischsprachig. Dann wird beschlossen zum Aufwärmen noch eine kurze Botellon zu veranstalten. Rum mit Cola. Kampftrinken. Wir kommen gerade noch rechtzeitig zum Konzert. In der Warteschlange labere ich zufällig mit einem Deutschen, der gerade aus dem Senegal kommt. Man verliert sich im Chao und ich halte mich an die Italiener. Manu Chao ist ein großer Name und die Erwartungen sind nicht leicht zu erfüllen. Er spielt seine großen Hits und es wird getanzt was das Zeug hält. Es ist schon spät bis wir nach einem letzten Absacker in Marcos Wohnung ankommen.

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