Der Tag beginnt wunderbar an der
Promenade von Nizza. Ich habe am Vorabend noch ganz in der Nähe ein
Schwimmbad und einen Waschsalon entdeckt und so den Plan gefasst es
den Franzosen gleich zu tun und erst mal an der Promenade zu joggen.
Danach im Schwimmbad zu duschen und dann gleich im Waschsalon meine
Klamotten zu waschen. Gesagt, getan. Cchon früh am Morgen jogge ich
auf der Promenade von Nizza. Herrlich. Weniger herrlich war dann,
dass das Schwimmbad wegen Veranstaltung geschlossen hatte. Schon
wieder. Also keine Dusche. Meine verschwitzen Klamotten wollte ich
aber wenigstens mitwaschen. Also umziehen im Waschsalon. Eine halbe
Stunde stricken und schon ist die Wäsche fertig. Dann zum Auto
Wäsche aufhängen. Und dann endlich eines dieser blauen Fahrräder
geschnappt, die man überall für eine halbe Stunde kostenlos
ausleihen kann. Vorausgesetzt man hat sich registriert. Und diesmal
auf dem Fahrrad mache ich mich wieder auf die Suche nach einem
offenen Schwimmbad. Ich habe schnell Glück. Und Mittags bin ich
bereits gejoggt, geradelt, geschwommen und frisch geduscht. Entspannt
mache ich mich auf den Weg zum Museum of Modern Art. Hier setzte ich
mich in die Sonne und mache Brotzeit. Wie auch schon zuvor. Kaum
sitze ich. Schon bekomme ich Gesellschaft. Diemal von einem
freundlichen Malaysier, dessen Frau eine Konferenz für Psychologen
besucht. Er schenkt mir sein noch gültiges Ticket für eine
Stadtrundfahrt im Hop-On-Hop-Off-Bus. Er langweilt sich alleine
während seine Frau die Konferenz besucht und ist sichtlich froh über
meine Gesellschaft, so besuchen wir gemeinsam das Museum für Moderne
Kunst und gehen dann in der Altstadt etwas essen. Wir verabreden uns
vage für den nächsten Tag und ich verabschiede mich um noch einen
der Hop-On-Hop-Off-Busse zu erwischen bevor es dunkel wird. Ich
geniesse eine windige Stadtrundfahrt auf dem offenen Deck. Sehe Teile
von Nizza, die ich zuvor noch nicht durchquert habe und höre vom
italienischen und russischen Einfluss auf Nizza im Laufe der Zeit,
der auch and en Gebäuden deutlich zu erkennen ist. Ich höre wie man
über den Trend der parfümierten Handschuhe, die die Übertragung
von Krankheiten reduzieren sollten als diese Mode ihr Ende fand zur
Herstellung von Parfüm überging. Es beginnt wieder leicht zu
regnen. So gehe ich in eine der engen Altstadtgassen und genehmige
mir an einem kleinen Tisch mit Blick auf die Passanten ein Weissbier
und blättere in meinem französisch Kauderwelsch. Eigentlich hatte
ich versucht ein Russ zu bekommen. Aber statt Weissbier mit
Zitronenlimande hab ich ein Weissbier mit Zitronenscheibe bekommen.
Wieder sitze ich nicht lange. Schon habe ich Gesellschaft. Ein
deutschsprechender Wahlnizzaner ausdem Elsass namens Ive gesellt sich
zu mir. Musiker. Wir quatschen ein bisschen und er hat Freude daran
mir ein paar Worte Französisch beizubringen. Er lädt mich ein mit
ihm und seinem Freund „Schorsche“ in einem Restaurant in der Nähe
Abendzuessen. Er war gerade auf dem Weg dort hin. Ich habe keinen
Plan, also komme ich mit. Schon leicht beschwipst von diesem einen
Weissbier. Das Essen ist lecker. Besonders gefällt mir, dass man in
französischen Restaurants immer eine Flasche Leitungswasser bekommt.
Weniger sagt mir die Angewohnheit ein ganzes Menü zu essen zu. Der
Preis von 15 Euro für Vorspeise, Hauptgericht und Dessert ist zwar
ok. Aber ich bin schon nach der Vorspeise satt. Also drinke ich zwei
Liter Wasser, damit spült sich der Rest dann auch runter. Die zwei
um die 50 jährigen Franzosen sind witzig, und unsere halb franzsisch
halb deutsche Unterhaltung unterhaltsam. Ich lasse mich noch für ein
weiteres Limo in einem Pub berreden und radl dann jegliche Begleitung
ablehnend nachhause zu meinem Landy. Verabrede mich jedoch für den
nächsten Tag zu Picknick mit einer Stunde Französisch. Als ich mein
blaues Fahrrad dann wieder abgeben will, verstehe ich plötzlich wo
der Haken dieser Fahrräder liegt. Untertags sind sie wunderbar. Aber
Nachts wird es echt schwierig wieder einen Stellplatz zu finden, um
es zurückzugeben, weil kaum Fahrräder genutzt werden und alles
Plätze schon belegt sind. Also radl ich am Ende fast wieder zu
meinem Ausgangspunkt zurück um das Rad einzuhängen und laufe zum
Landy zurück.
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Montag, 15. April 2013
Tag 9. Sonntag. 7.4. Ein sonniger, windiger Tag mit interessanten Begegnungen in Nizza
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